Das Rad Race/Guilty76 Bergfest, Feldberg i. Taunus

Profane Headline für eine ganz und gar nicht profane Veranstaltung. ‚Hitzeschlacht‘ träfe es, hat eine martialische Komponente, klingt aber nicht so, wie es sich anfühlte. ‚Noch jemand ohne Bart?‘ Gut, weil nah an der Wahrheit, denn gefühlt trug jeder zweite mehr oder weniger struppige Gesichtsbehaarung. Aber garantiert ohne Pathos gefällt mir, das was uns verbindet ausdrückend, der einfache Satz: wir lieben Radfahren.
Auf der Suche nach einem Format, das mir als Rennrad-Rookie passen könnte, kam ich auf die Website von Rad Race (www.rad-race.com). Auf der Startseite fand ich Folgendes zu lesen: ‚Unsere Mission: Stop Racism – Start Raceism! Deine Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Herkunft sind uns scheißegal – bei uns zählt nur auf dem Rad. Leg deine Vorurteile ab. Egal ob Rennrad, Single Speed, Fixie, Mountainbike oder Dreirad. Am besten indem du so schnell fährst, dass du danach selbst nicht mehr weißt, wer du überhaupt bist und wo du herkommst!‘
Radrace organisiert diverse Rennformate, das Bergfest ist eines davon. Du startest in Oberursel an der Hohemark und fährst hoch zum Feldbergplateau. Nicht mehr und nicht weniger.
IMG_6295Als Sideevent fand am Samstag den 29.8. das ‚We love cycling‘ Festival vor der Batschkapp in Frankfurt statt, dass von Guilty76 organisiert wurde und in dessen Rahmen man sich auch seine Startnummer abholen konnte. Bärte und rasierte Beine, Zweiräder ohne und mit Motor, laute Musik, bestes Wetter, ausgelassene Stimmung. Großartig und die beste Einstimmung auf das bevorstehende Rennen.
IMG_6299Der Sonntag begann früh, Kaffee half und ich saß auf dem Rad, um vor dem Start ein bisschen die Beine warm zu fahren. Im Startbereich an der Hohemark hatte sich bereits eine illustre Gesellschaft versammelt, mit dampfenden Kaffeebechern am Straßenrand sitzend, in Gespräche und Fachsimpelei vertieft, aber auch auf Rollentrainern, eigenen und denen die Roodol zur Verfügung gestellt hatte. IMG_6302Überall lachende, vor Vorfreude leuchtende Gesichter. Auch meine Mundwinkel zog es zwanghaft nach oben und die Sonne am Himmel tat ihr Übriges, um auch die letzten Zweifel zu vertreiben: dieser Tag konnte nur großartig werden und ich war, was bei mir nicht alltäglich ist, glücklich! Glücklich darüber, meine Familie irgendwo auf dem Weg nach oben anfeuernd am Streckenrand zu wissen, glücklich darüber hier zu sein und mich lebendig zu fühlen.
Vor lauter Schauen und Staunen hätte ich fast vergessen, mich in meinen Startblock einzureihen. Danke hier an Ingo von Rad Race, der verletzt durch einen derben Crash bei den Vattennfall Cyclassics, die Moderation aus dem Rollstuhl gestaltete. Zum Rennen nur so viel: ich sollte mehr radfahren. 😉
Anyway… wie erwartet konnte ich mir kurz vor dem Ziel noch ein paar Glücksküsse bei meiner Frau und meinem Sohn abholen. Sogar unser Hund jaulte mir zu, um mich anzufeuern. Danke, dass Ihr da wart! Das bedeutet mir unglaublich viel!
Es war eine geniale Veranstaltung und als ich durch den Zielbogen rollte und mein innerer Schweinehund sich heulend in die dunkelste Ecke verzogen hatte, drehten meine Lachmuskeln nochmal richtig auf. Zufrieden und entspannt rollte ich zurück zur Hohemark. Danke an die ganzen Mädels und Jungs, egal ob laufend oder fahrend. Danke an Rad Race und an Michael von den Guiltys! So Gott will, bin ich nächstes Jahr wieder dabei.
Noch eine Bitte: wenn ihr Bock auf Rennen dieser Art habt, schaut auf der Website von Rad Race vorbei, meldet Euch an und/oder kauft ein paar schicke Klamotten von denen. Ride on!
IMG_6320
PS: Ein schickes Video zum ‚We love cycling‘-Festival gibt es hier.