Es ist Sonntag der 28.8. und Bergfest, das Bergzeitfahren am Feldberg im Taunus, organisiert von Rad Race und Guilty76. Bereits zum dritten Mal treten annähernd 500 LäuferInnen und BikerInnen in Oberursel an, um für einen guten Zweck die Strecke von der Hohemark zum Feldbergplateau zu bewältigen.

Annähernd 550 Höhenmeter verteilen sich auf 12 Kilometer… die ersten 9 gebärden sich dabei eher zahm mit Steigungsprozenten zwischen 2 und 7 Prozent. Die Website des Stoppomat Großer Feldberg gibt die durchschnittliche Steigung bis zum Sandplacken mit 4,6 Prozent an. Danach wird es auf den letzten Metern mit durchschnittlich 5,7 und max. 8 Prozent etwas, aber nicht wesentlich steiler.

Die ca. 30 Kilometer Anfahrt bestreite ich dieses Jahr mit dem Rad, so komme ich bereits warm in Oberursel an. Wie im letzten Jahr finden sich einige Stände am Rand des Parkplatzes der Hohemark. Ziemlich weit am Rand. Auf grobem Schotter. Vermutlich aus Sicherheitsgründen eingezäunt, es wirkt aber wenig einladend. Die Stimmung ist dafür umso besser und es dauert nicht sehr lange, bis ich auf bekannte Gesichter treffe. Thomas fährt in diesem Jahr im Trachtenoutfit mit und startet in der selben Gruppe wie ich. Aus den Boxen schallt eine Mischung aus Metal, Dubstep und HipHop, im Mischungsverhältnis 1 zu geil und sorgt dafür, das die stressigen Brüder Adrenalin und Cortisol endlich Ruhe geben und Dopamin und Endorfin ans Werk gehen können. Ich bin entspannt. Letztes Jahr wurde ich noch überholt, dieses Jahr reihe ich mich gleich am Ende meiner Gruppe ein. Sicher ist sicher. Der Startschuss ertönt und ich stehe erstmal auf den Pedalen, das ist dem dicken Gang geschuldet, den ich noch eingelegt habe. „Fahrt doch schon mal vor bitte, ich komme dann nach.“ Mache ich dann auch wirklich. Es ist heiß. Irgendwo auf der Strecke bin ich. Und ich warte auf den Hammer, aber er fällt nicht. Mein Grinsen ist in mein Gesicht getackert, die Sonne scheint, hier und da stehen Leute an der Strecke und feuern alles an, was auf zwei Rädern an ihnen vorbeischnauft. Es wird sogar applaudiert und irgendjemand möchte mir vom Streckenrand eine Flasche Bier reichen. Öttinger! „Danke! Edger!“ schnaufe ich. „Geil Mann, mehr für mich.“ ruft man mir hinterher. Ab Sandplacken ärgern mich einige Auto- und Motorradfahrer. Oder ich sie, abhängig von der Perspektive. Nächstes Mal trage ich mein „Presswurstpellenbremsverstärker“-Trikot. War das eben die 1 Kilometermarke? Kurz danach taucht am linken Straßenrand mein kleiner Sohn auf und feuert mich an. Und wie erwartet hilft es, noch ein paar Körner locker zu machen. Kann man brauchen auf den letzten Metern. Steil, Kurve, steiler, Kurve, Kopfsteinpflaster, Ziel, Schluss. Zwar ein Jahr älter, dafür aber 5 Minuten schneller. Das Ergebnis am Ende nicht der Rede wert, dafür ohne Auas und Pannen.

An Ingo, Jan, Florian und all die anderen deren Namen ich nicht kenne: Macht bitte weiter, es ist so geil!

Kein Post ohne Fotos. Danke dafür an: nils_laengner und @radrace

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