36 Stunden standen mir zur freien Verfügung. Mein Plan…. mal eben nach Berlin fahren, einen Vortrag von Gunnar Fehlau anschauen und am nächsten Tag auf der Fahrradschau ein wenig die Werbetrommel für den Candy B. Graveller schlagen. Ein Overnighter ohne Rad und Schlafsack in der größten und vermutlich schmutzigsten Stadt Deutschlands. Informations Overkill, auf ins Getümmel.

Freitag abend besuchte ich zunächst Gunnars Vortrag „Rauf aufs Rad und raus“. Am besten einfach mal anschauen, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt. Neben feurigen Anekdoten unterhielt uns Mr. Overnighter mit Tipps rund ums Übernachten in der freien Natur. 

Am Samstag vormittag traf ich mich mit Gunnar direkt auf dem Messegelände am Gleisdreieck und mit einem Stapel Plakate des Candy B. im Gepäck, machten wir uns auf andere Fahrradnerds von der Notwendigkeit der Teilnahme am Candy B. zu überzeugen.

Weit kam ich allerdings nicht, denn nach wenigen Metern wurde meine Aufmerksamkeit durch Sichtung eines brünierten Stahlrahmens vom eigentlichen Vorhaben abgelenkt. Das muss Muschis Ente sein… unter einer Schlammschicht verborgen zwar, aber doch klar erkennbar am pinken Lenkerband, der grünen Sattelstütze und einer Gabel von Lauf. Das Rad hatte ich bislang nur auf Fotos im Forum der Internet Bike Community gesehen. Da hatte es micht nicht überzeugen können. Live und in Farbe allerdings fügte sich alles zu einem harmonischen Gesamtbild. Das Schmuckstück hört übrigens auf den schönen Namen ‚Biergrit‘.

Und wieso Ente?

Das schöne Stück Stahl stammt aus der Rahmenschmiede von Le Canard. Dort fertigt Stephan Ensthaler wunderschöne Einzelstücke mit Herzblut und viel Liebe zum Detail. Soviel Leidenschaft sieht man den Ergebnissen seiner Arbeit natürlich an. Der Firmenname rührt übrigens vom Spitznamen des Rahmenbauers her, was er mir im Verlauf des halbstündigen Gesprächs verriet.

Nächster Halt… BOMBTRACK

Genug Barmittel und Platz vorausgesetzt, ich würde mir je ein Exemplar der neuen Bombtrackmodelle in den Keller stellen. Vom Bombtrack Beyond vermutlich sogar zwei, einmal mit Flat- und einmal mit Dropbar. Das Rad für den Alltag wäre das Outlaw, mit Gates Carbon Drive. Und für den Familienausflug das Hook mit selbstgeklöppelter Picknickdecke.

Dann war erstmal Durchatmen angesagt. Während ich meinen Entspannungskaffee schlürfte, traf ich Christopher Jobmann, das Gesicht hinter lieblingstouren.de. Schon wenig später waren Pläne geschmiedet. Christopher, Du hörst von mir, ich freue mich und wünsche Dir alles Gute bei Deinem Vorhaben. Halte mich bitte auf dem Laufenden, wie es bei Dir weitergeht.

Gemeinsam mit Gunnar machten wir uns alsbald auf den Weg zum Bloggertreffen, ins Leben gerufen von Juliane (http://radelmaedchen.de) und Miriam (http://hamburgfiets.de). Leider musste ich mich dann aber schon nach kurzer Zeit verabschieden, um die Heimreise anzutreten. Des begrenzten Zeitfensters wegen. Sehr bedauerlich auf der einen Seite, denn so konnte ich Rad Race ‚Last man standing‘ nur via Stream verfolgen. Auf der anderen Seite war ich überglücklich am späten Abend meinen kleinen Sohn in die Arme schließen zu können und ihm einen Gute-Nacht-Kuss auf dieWange zu drücken.

Und die Plakate?

Hängen!