Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.

John F. Kennedy (1917-1963)

Daher war es dringend geraten, mal wieder ein Wochenende unterwegs zu verbringen. Dem Heimweh zum Trotz. Frau und Kind drückte ich noch schnell einen Kuss durch den Bart ins Gesicht und los gings.

Wenn ich schon mal so früh unterwegs bin, darf ein Bild des Sonnenaufgangs nicht fehlen.

Setup:

Die Fahrt dient vor allem dem Zweck, mein Bikesetup aber auch meinen Fitnesszustand einem kleinen Test zu unterziehen. Die letzte Radreise liegt immerhin schon über 20 Jahre zurück. Da kam mir die Einladung Gunnars, mit ihm und Kai nach Heidelberg zu fahren, gerade recht. Im Prinzip packte ich alles ein, was ich vermutlich auch für den Candy B. Graveller mitnehmen würde. Das war richtig, denn nun weiss ich, was ich Ende April zu Hause lassen kann. Der Schlafsack ist in der Lenkertasche untergebracht, die Isomatte und der Biwacksack befinden sich gemeinsam mit ein paar Wechselklamotten (Schlafanzughose daheim lassen!) in der Satteltasche. In der Rahmentasche sind die Küche, das Badezimmer, sowie Utensilien zur Baumpflege (Axt auf jeden Fall zu Hause lassen!) untergebracht. Die Verpflegung für unterwegs und alles, was unkompliziert befingert werden muss, wandert in die Zubehörtasche. Gadgets und Elektronik finden im kleinen Gastank Ihren Platz. E voila. Ein umfänglich ausgestattetes Reiserad. Die Betonung liegt auf umfänglich, denn natürlich habe ich auch einiges vergessen. So z.B. eine Stirnlampe (im Wald isses dunkel) und einen Göffel (nur mit dem Messer issts sich schwer). Da ist also noch Luft nach oben. Und auch das Rad ist noch nicht ganz so, wie ich es gerne hätte. Für den Candy wird auf jeden Fall ein anderer Lenker mit nach außen gekröpften Lenkerenden und darauf ein Aerobar montiert. Der Antrieb und die Reifen werden ebenfalls getauscht. Für die Fahrt nach Heidelberg schien mir das Setup aber soweit passend und die Tatsache, dass ich heute quasi schmerzfrei laufen kann ist Beweis genug.

Was die Fitness betrifft…. sagen wir es so, ich habe es mit leichten Hängern in den Recall geschafft, aber noch kein Bild bekommen.

Die Route:

Ich startete vor der Haustür und fuhr über Feld- und Radwege nach Frankfurt, wo ich mich mit meinen Mitfahrern traf. Die nächsten 30 km bewegten wir uns auf Candys Spuren in Richtung Darmstadt, statteten auf unserem Weg dem Luftbrückendenkmal einen Besuch ab und fuhren dann über Bensheim, Heppenheim und Hemsbach nach Heidelberg, wo wir pünktlich und wie geplant um 14.00 Uhr am neu eröffneten Fahrstil Klubhaus eintrafen. Nach Crosschatting, extreme Handshaking, lots of laughing und jeder Menge Coffee and Muffins, packten wir die Willigen ein, uns auf einen Overnighter in die Wälder oberhalb der Dächer Heidelbergs zu begleiten.

Draußen:

Nach knapp 300 knackigen Höhenmetern hatten wir gefunden was wir suchten. Obdach bot eine geräumige Schutzhütte mit Frischwasserversorgung, das soweit ich es beurteilen kann, sogar trinkbar war. Gibt es sowas in Hessen? Nach einem üppigen Gelage mit jeder Menge alkoholfreiem Bier war es Zeit für mich in meinen jungfräulichen Schlafsack zu krabbeln, um zu testen, ob die alten Knochen willig genug sind, auch mal draußen zu nächtigen. Zum Glück haben sich Schlafsack, Isomatte und Co. seit meinem letzten Trip enorm verbessert. Völlig begeistert bin ich von der Bequemlichkeit der Schlafunterlage. Auch in Sachen Gewicht und Packmaß. Was das draußen Schlafen betrifft… in meinem Fall möchte ich vielmehr von kontemplativer Meditation sprechen. Nach ca. 30 Umdrehungen war die Nacht vorbei und ich fühlte mich ausgeruht. By the way… Vogelgezwitscher ist auf jeden Fall freundlicher als jeder verdammte Radiowecker. Leider konnte ich den Kaffee unseres Lagerbaristas Falk nicht mehr probieren, aber dafür werde ich im Rahmen des Candy B. sicher noch ausreichend Gelegenheit haben.