36 Stunden Bewegungszeit, 3 annähernd schlaflose Nächte (nicht, das ich es nicht probiert hätte), knapp 6000 Höhenmeter* auf 647 Kilometer. Davon 300 km mit heftigem Gegenwind. Der Candy B. Graveller weckte Erwartungen, die er nicht erfüllen wollte.

Die Streckenführung ignorierte in großen Teilen befestigte Wege und verlief tlw. abenteuerlich anmutend über Trails, Wiesen, durch Sumpfgebiete und zwischen Harvesterspuren. Wir kletterten und verfluchten die Scouts. Wir versanken im sandigen Boden des Brandenburger Lands, zerstörten unsere Handgelenke auf nicht enden wollenden mit Kopfstein gepflasterten Straßen in Thüringen. Wir schliefen bei -3 Grad unter freiem Himmel, blinzelten gemeinsam in die wärmende Sonne. Wir lernten neue Freunde kennen und fuhren gemeinsam bis zum Ziel. Aßen alles was nur genug Kalorien versprach, tranken literweise Wasser, stiegen verdreckt in unsere Schlafsäcke, weil wir zu fertig waren, um uns zu waschen. Kämpften gegen unablässig wehenden starken Gegenwind. Und warum das alles? Die Antwort findet jeder Teilnehmer des #cbg17 in sich. 

Hier mein Versuch, das Erlebte in Worte zu fassen. Mein Bericht ist der Übersichtlichkeit halber in 5 Teilen (inkl. dieses Prologs) abgefasst. Die Eckdaten der Strecke finden sich immer zu Beginn eines Beitrags.

Strecke: von / bis
Kilometer gesamt: laut Garmin Etrex 30x (ohne Gewähr)
Höhenmeter gesamt: laut Garmin Etrex 30x (ohne Gewähr)
Streckencharakteristik: was hat man zu erwarten
Höhepunkte (subjektiv):

Warum eigentlich nicht…

Gunnar rief mich eines Tages an und erzählte mir von der Idee des Candy. Die Gelegenheit dafür ein illustriertes Motiv zu entwickeln, wollte ich mir nicht entgehen lassen und so bot ich meine Hilfe an, bevor Gunnar fragen konnte. Viele Stunden später, ich grübelte über den Gesichtsausdruck des Candy B., kam mir die Idee selber mitzufahren.

Nun wusste ich von Gunnars Vorliebe für experimentelle Radrouten. „Ist der #cbg17 der kleine Bruder der GST?“ fragte ich.** Gunnars Antwort darauf könnt Ihr hier nachlesen. Zumindest hatte ich den Hauch einer Ahnung, auf was ich mich einlasse. Trotzdem…. mehrere Tage auf dem Rad zu sein, neue Landschaften kennen zu lernen, draußen zu schlafen, das alles schien es mir Wert zu sein, auch zu erwartende Strapazen und Schmerzen in Kauf zu nehmen. Also holte ich mir das OK beim Familienrat.

Ausrüstungscheck

Bald darauf zerrte ich einen alten Schlafsack samt Isomatte aus einer Kiste im Keller, um festzustellen, daß 20 Jahre Komprimierung zuviel des Guten waren. Wollte ich also schlafen, musste ich hier dringend nachbessern. Auch meine Kleidung unterzog ich einer eingehenden Prüfung, die zwar befriedigender ausfiel, aber einige der textilen Museumsstücke hatten ihre besten Zeiten definitiv hinter sich. Und so häufte ich in den nächsten Wochen diverse Ausrüstungsgegenstände an, bis ich das Gefühl hatte, ausreichend vorbereitet zu sein. Wenn es sowas überhaupt gibt. Mit jedem Haken auf der Checkliste stieg aber auch der Grad der Nervosität. Und wenige Tage vor dem Start war ich ein Wrack, zumindest mental. 

*Garmin spuckt 7.046 HM und Strava, leicht abgerundet, 5.392 HM aus, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen….

** Achtung Spoiler: Ist er nicht! Das hat er bewiesen. Der #cbg ist groß und mächtig und durchaus in der Lage, starken Frauen und Männer das Fürchten zu lehren.

Prolog Ende, hier geht es weiter…

  1. #cbg17: 1. Frankfurt – Kälberau
  2. #cbg17: 2. Kälberau – Pferdsdorf
  3. #cbg17: 3. Pferdsdorf – Othal
  4. #cbg17: 4. Othal – Berlin