So würde ich mein derzeitiges Befindlichkeitsprotkoll überschreiben. Der tragische Tod eines geliebten Familienmitglieds im Juni diesen Jahres, hat uns betäubt und mit mehr Fragen als Antworten zurück gelassen. Und es fällt schwer, den Verlust zu akzeptieren. Es ist nicht unmöglich, Kraft aus der Trauer zu schöpfen. Die meiste Zeit befinde ich mich jedoch in einem Alarmzustand, der sich inzwischen auch physisch bemerkbar macht. Mit Yoga und Meditation gelingt es mir teilweise, ein bisschen Ruhe in meinen aufgewühlten Geist zu bringen. An Fahrrad fahren ist aber nicht zu denken. Die Angst, das während meiner Abwesenheit etwas Einschneidendes geschehen könnte, ist zu groß. Demzufolge gibt es in meinem Blog auch nichts zu berichten. Das alles hier ist ohnehin nicht mehr als eine dem Ego schmeichelnde Selbstbeweihräucherung – schaut mal, was ich kann. So sinnfrei wie nutzlos. Als ich diesen Blog startete, tat ich das, weil ich meine Familie unterhalten wollte. Nicht mehr und nicht weniger. Das Erzählen und das Spiel mit den Worten machte mir Spaß. Mit der Zeit wurde der Zweck zum Selbstzweck und führte in die entgegengesetzte, als die von mir zunächst eingeschlagene Richtung. Ich schrieb nur noch, um positives Feedback zu erhalten. Blieb dieses aus, war ich tagelang schlecht gelaunt. Neidisch und missgünstig schaute ich mir Beiträge anderer Blogger an, zählte oberlehrerhaft Rechtschreibfehler und gesammelte Likes. Was machen die besser? Und mit jedem missgünstig gemurmelten Kommentar, entfernte ich mich mehr von mir. Oder von dem Menschen, der ich eigentlich sein möchte. Momentan weiss ich nicht, wie es hier weitergehen soll oder weitergehen kann.