Ein Wochenende unter Männern, Bier trinkend. Im Wald die Sau raus und Fünfe gerade sein lassen. Aus einem Absacker werden zwei oder drei(zehn) und der Ohnmacht nahe fällt Mann ins Bett.


Unbezahlte Werbung. Wir stehen aber in keinerlei geschäftlichem Kontakt zum Betreiber des genannten Bikeparks. Die Beurteilung fusst auf subjektiven Erlebnissen. Nüsse essen kann süchtig machen.

Mitte Januar erreichte mich eine kurze Nachricht:

Mann kennt das… ein Wochenende ohne Frauen, ohne Verpflichtungen, what happens in Las Vegas stays in Las Vegas und so. Ein Wochenende unter Männern, Bier trinkend im Wald die Sau raus und Fünfe gerade sein lassen. Aus einem Absacker werden zwei oder drei(zehn) und der Ohnmacht nahe fällt Mann ins Bett. Oder Plan B, wie biken. Und mit kleinen Männern, statt mit den ausgewachsenen, haarigen, riechenden Exemplaren. Mama gab grünes Licht und der Kurze war sofort Feuer und Flamme. Also kümmerte sich Pappa um den Erwerb sicherheitsrelevanter Hardware, sprich Fullfacehelm und Safetyjacket und dann hieß es warten.

Ein Besuch im Bikepark ist nicht nur für den Sprößling eine spannende, mitunter aufregende Erfahrung und mit dem näher rückenden Tag der Abreise wurde ich auch etwas nervös. Letztlich aber überwog das Vertrauen in den nun auch nicht mehr sooo kleinen Mann. Und an einem Freitag im Mai beluden wir endlich das Auto. Unsere Reise war vergleichbar mit dem Versuch, alle Staffeln Game of Thrones mit einem 14,4 byte Modem herunterzuladen. Aber irgendwann am späten nachmittag kamen wir im beschaulichen Sankt Andreasberg an. Genau richtig für einen Bummel durch das Bergdorf mit anschliessender Einkehr, denn reisen macht bekanntlich hungrig.

Statt Bier gabs Fanta und statt Stripperinnen eine Runde kuscheln und vorlesen. Am nächsten Morgen grinste der Sohnemann mit der Sonne um die Wette und bevor ich Frühstück buchstabieren konnte, war er auch schon angezogen.

Praktisch, wenn mann nicht selber hochtreten muss, sondern einen Lift nutzen kann. Vorrausgesetzt, Pappa kriegt das mit dem Einhängen der Bikes auf die Kette. Tut er das nicht, fährt das Kind ohne den Pappa. Oder ohne Bike. Oder Beides. Oder das Bike fährt ohne Kind. Oder ohne Pappa. Oder Beides. Oder eins der Bikes fährt wieder mit dem Lift runter, weil auch das Aushängen irgendwie nicht so wuppt.

Ist uns alles nicht passiert – ehrlich!

Wir trotzten den Widrigkeiten und schafften alle Räder, Kinder und Pappas beim ersten Versuch auf den Gipfel. Ich schreibe Gipfel, weil sich die 663 m über Normalhöhennull erhebende Landform selbstbewusst (Matthias-Schmidt)-Berg nennt. Jetzt weiss man ja, dass die Höhe alleine keinen Berg macht. Seine Prominenz und Dominanz sind es, die ihn groß wirken lassen. Und ja, da kann er durchaus punkten.

Im Verlauf des gemeinsamen Warmfahrens gewann ich die Erkenntnis, das Jungs unter sich, egal wie groß oder klein, eben Jungs unter sich sind. Die Augen sind meistens größer als der Magen und auch schnelles fahren scheint genetisch veranlagt. Keine Abfahrt zu steil und Pappas Stopp-Rufe verhalten ungehört im Wald. Alles in allem war ich aber positiv überrascht, wie realistisch die kleinen Männer ihre Fähigkeiten einschätzten. Da kann sich manch Großer noch eine dicke Scheibe abschneiden.