Wir alle treffen jeden Tag Dutzende Entscheidungen. Aufstehen oder nicht? Kaffee oder Tee? Sekt oder Selters? Das hört beim Einkaufen nicht auf … und wie man es auch dreht und wendet, reichen die Folgen hier sehr viel weiter, als bis zur Kasse des Discounters. 100 gr. Schokolade für 0,69 €? Kein Problem. Oder doch?

Vieles von dem, was wir besonders lecker oder schön finden, hat einen weiten Weg hinter sich. Über das Arbeitsumfeld, die Löhne und die Folgen unseres Genuss‘ kann man immer häufiger auch in der Tagespresse lesen. Auf das Zitieren der zumeist unerfreulichen Tatsachen verzichte ich nicht aus Ignoranz, sondern damit ihr weiterlest. Auch den Zeigefinger lasse ich unten, denn ich weiss, das ich Teil unser aller Probleme bin. Was mich zum eigentlichen Thema dieses Beitrags bringt, denn …

… ich möchte Teil der Lösung sein!

Aber was kann ich tun? Regional und saisonal einkaufen zum Bleisitift. Und wenn es um Schokolade geht, gibt es auch im Supermarkt eine Auswahl an fair gehandelten und ökologisch nachhaltig produzierten Produkten. Ja, diese sind teurer. Wer soll sich das denn leisten? Eine gute, wenn auch nicht zielführende Frage, denn tatsächlich ist das Leben vieler Menschen voller Entbehrungen, weil am Ende des Geldes immer noch so viel Monat übrig ist. Und das in einer Überflussgesellschaft immer mehr Menschen zur Tafel gehen müssen erschliesst sich weder auf den ersten, noch auf den zweiten oder dritten Blick.

Back to topic… es ging um Schokolade, glaube ich. Was wäre, wenn es Schokolade gäbe, deren Grundzutat per Segelfrachter über den Atlantik geschippert wäre, um sie in den Niederlanden in handliche Tafeln zu verwandeln? Und wenn diese dann zwecks Auslieferung zu den Verkaufsstellen mit dem Fahrrad transportiert werden würde? Dann heißt das Schokofahrt, ist eine Idee von tollen Menschen aus Münster und auf jeden Fall Wert, nachgeahmt zu werden.

Also radle ich bis zum 11. April ca. 550 km mit dem Lastenrad nach Amsterdam, hole dort ein paar Kilo Schokolade ab und bringe diese in meine Heimat. Soweit der grobe Plan. Kaufen kann man die Schoki dann im Weltladen in Bad Nauheim, so viel steht schon mal fest. Und ich freue mich drauf.

Wer mitfahren möchte, in Teilen oder den ganzen Weg, ist herzlich eingeladen, dies zu tun. Auch darüber freue ich mich. Die geplante Route führt uns weitestgehend flach über viele Radwege zum Ziel. Wenn niemand mitkommen möchte, hat mein 9-jähriger Sohn angeboten, mich zu begleiten. Und die Mama kommt dann auch mit.